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Gletscherschmelze am Kongsfjord, Spitzbergen (Foto: René Bürgi)

12.000 Wissenschaftler unterstützen Klimabewegung

12-03-2019 In einer gemeinsamen Stellungnahme unterstützen mehr als 12.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Klimabewegung "Fridays for Future". Am Freitag soll eine Liste der unterstützenden Forscher an die Umweltaktivisten übergeben werden.

Während der Unterrichtszeit demonstrieren Schüler und Studenten auf der ganzen Welt mittlerweile jeden Freitag für mehr Klimaschutz. "Die jungen Menschen fordern zu Recht, dass sich unsere Gesellschaft ohne weiteres Zögern auf Nachhaltigkeit ausrichtet. Ohne tiefgreifenden und konsequenten Wandel ist ihre Zukunft in Gefahr", heißt es in der Stellungnahme. Vor allem die Politik stehe in der Verantwortung, zeitnah die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Insbesondere müsse klimafreundliches und nachhaltiges Handeln einfach und kostengünstig werden, klimaschädigendes Handeln hingegen unattraktiv und teuer.

Unter den Unterzeichnern finden sich unter anderem die Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Antje Boetius sowie die stellvertretende Direktorin Karen Wiltshire. Diese sprach am Dienstag bei einer Bundespressekonferenz anlässlich der veröffentlichten Stellungnahme über die Bedeutung der Meere und wies darauf hin, dass die Klimawandelfolgen als ersten an den Küsten zu spüren sind. "In einigen Jahrzehnten werden 70 Prozent der Menschen an Küsten leben. Viele Fragen der Zukunft sind daher eng mit dem Anstieg des Meeresspiegels verbunden. Es ist absolut berechtigt, gar notwendig, dass junge Menschen heute für die Klimapolitik auf die Straße gehen, denn ohne weitreichende Veränderung ist ihre Zukunft in Gefahr", sagt Karen Wiltshire.

Antje Boetius sagt: "Die jungen Menschen haben recht damit, ihre Sorgen um Klimawandel, Natur und Artenvielfalt laut und sichtbar zu demonstrieren und schnelles Handeln einzufordern. Wenn ich ihnen zuhöre, denke ich, sie haben sehr gut in der Schule aufgepasst, denn sie können den Zusammenhang zwischen unserem heutigem Handeln und der Zukunft herstellen. Anscheinend sogar besser als viele Erwachsene, für die vielleicht eine Schulpflicht für Umwelt- und Klimawandelthemen eingefordert werden sollte.“

Die Stellungnahme sowie die Liste der Unterzeichner finden Sie auf der Seite von Scientists for Future. Die Stellungnahme kann noch bis Donnerstag, 23.59 Uhr von Wissenschaftlern unterzeichnet werden. (Quelle: AWI)
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Die Millionenmetropole Istanbul ist erdbebengefährdet. Neue Untersuchungsmethoden weisen auf langsame Krustenbewegungen in der Tiefe hin (Foto: M. Bohnhoff, GFZ).

Erdbeben in Superzeitlupe

29-01-2019 Südlich von Istanbul ist es im Sommer 2016 zu einem großen Erdbeben gekommen, das allerdings so langsam vonstatten ging, dass niemand es bemerkte. Die Deformation in der Erdkruste zog sich über mehr als fünfzig Tage hin, bei normalen Erdbeben passiert dies innerhalb von Sekunden. Erst eine neu entwickelte Methode zur Auswertung von Daten aus Deformationsmessgeräten in Bohrlöchern durch Forschende des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ in Zusammenarbeit mit dem Türkischen Katastrophenschutz (AFAD) und dem UNAVCO-Institut aus den USA zeigte das ultra-langsame Beben unterhalb des Marmarameeres. Das Team unter der Leitung von Dr. Patricia Martínez-Garzón vom GFZ aus der Sektion "Geomechanik und wissenschaftliches Bohren" berichtet darüber in der Fachzeitschrift „Earth and Planetary Science Letters“.

Das Untersuchungsgebiet liegt in der Nordwest-Türkei an der nordanatolischen Verwerfung. Diese geologische Bruchzone trennt Eurasien und die Anatolische Platte und ist eine der großen tektonischen Plattengrenzen, an der es immer wieder zu zerstörerischen Erdbeben mit einer großen Anzahl von Opfern kommt. Das letzte schwere Erdbeben ereignete sich 1999 bei Izmit und forderte fast 20.000 Tote. Ein Teil der Verwerfung, die unmittelbar südlich der dicht besiedelten Megacity Istanbul verläuft, wird derzeit als "seismische Lücke" identifiziert und ist damit für ein großes Erdbeben überfällig.

Die tektonische Belastung durch die Bewegung der Erdkrustenplatten ist kontinuierlich. Das baut gewissermaßen täglich elastische Energie entlang von Verwerfungen auf. Die Freisetzung der gespeicherten Energie erfolgt entweder seismisch – in Form von Erdbeben – oder aseismisch, durch langsames Verformungskriechen in der Tiefe. Das Verständnis der Wechselwirkung zwischen beiden Phänomenen ist von entscheidender Bedeutung, um die Erdbebengefährdung und das daraus resultierende seismische Risiko in städtischen Gebieten zu bestimmen.

In ihrer aktuellen Studie berichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über ein sich über fast 2 Monate hinziehendes, ultra-langsames Erdbeben, das südlich von Istanbul unterhalb des Marmarameeres in Verbindung mit erhöhter schwach spürbarer Erdbebenaktivität in geringer Tiefe in der Region auftrat. Die Forschenden untersuchten die Krustenverformungsdaten aus Instrumenten in Bohrlöchern, die im Rahmen des GONAF Plate Boundary Observatory rund um das östliche Marmarameer installiert sind.

Die Daten einer der Bohrloch-Messstationen im seismisch aktivsten Teil des Gebietes auf der Armutlu-Halbinsel wurden mit neuartigen Computertechniken verarbeitet. „Dadurch konnte das langsame Kriechsignal identifiziert werden, das innerhalb der Erdkruste auftrat und die gleiche Größe hat wie das größte jemals gesehene derartige Signal, das entlang der San-Andreas-Verwerfung in Kalifornien auftrat", sagt Dr. Martínez-Garzón, Hauptautorin der Studie. (Quelle: GFZ) Mehr erfahren...

 



Tief im unteren Erdmantel könnte das bindungsscheue Edelgas Helium in einem Mineral gefangen sein. © Gerhardus Swanepoel/ thinkstock

„Unmögliches“ Helium-Mineral im Erdinneren?
Im unteren Erdmantel könnte das Edelgas Helium doch eine stabile Verbindung bilden

9-01-2019 Verborgene Heliumfalle: Im unteren Erdmantel könnte es ein bisher unerkanntes Helium-Reservoir geben – in Form eines heliumhaltigen Minerals. Diese bislang für „unmöglich“ gehaltene Verbindung aus Eisenoxid und Helium könnte unter den extremen Bedingungen des Erdinneren stabil sein, wie Computermodelle nun nahelegen. Die Existenz dieses Minerals würde erklären, warum an bestimmten Vulkanen noch immer Helium aus der Frühzeit der Erde ausgast – es war im Erdinneren gefangen.

Helium ist zwar das zweithäufigste Element im Universum, doch bei uns auf der Erde ist dieses Edelgas Mangelware. Denn wegen seiner geringen Dichte entweicht das Gas unaufhaltsam ins All, wenn es nicht in Behältern oder Hohlräumen des Gesteins eingeschlossen ist. Erschwerend kommt hinzu, dass Heliumatome extrem reaktionsträge sind – freiwillig geht das Edelgas keine chemische Bindung ein. Nur unter hohem Druck und hohen Temperaturen lässt sich Helium zu Bindungen zwingen.

Woher kommt das uralte Helium?

Das Seltsame jedoch: Trotz seiner extremen Flüchtigkeit findet sich im Erdinneren noch immer Helium aus der Frühzeit unseres Planeten: Ausgasungen von vulkanischer Lava, beispielsweise auf Hawaii, belegen, dass das Tiefengestein Spuren dieses Edelgases enthalten muss. Forscher vermuten daher, dass es irgendwo im tiefen Erdmantel ein Reservoir von Helium gibt, das trotz seiner Reaktionsträgheit fest in einem Mineral gebunden ist.

Doch wo dieses Helium-Reservoir liegt und in welcher Form das Edelgas dort vorliegt, ist rätselhaft. Denn bisher hat man keine von Natur aus heliumhaltigen Mineralien gefunden, wie Jurong Zhang von der chinesischen Jilin Universität und seine Kollegen berichten. (Quelle: scinexx)
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Quelle: GFZ

Tiefe Erdbeben weisen auf Aufstieg magmatischer Fluide unter dem Laacher See hin

7-01-2019 In der Osteifel könnten Magmen aus dem oberen Erdmantel in die mittlere und obere Erdkruste aufsteigen. Dies geht aus einer Studie des Erdbebendienstes Südwest mit dem Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ), dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Landeserdbebendienst Nordrhein-Westfalen hervor. Die Wissenschaftler präsentieren erstmals Hinweise auf von Magmabewegungen verursachte tiefe und niedrigfrequente Erdbeben unter dem Laacher-See-Vulkan. Allerdings gibt es keine Anzeichen für eine aktuell bevorstehende vulkanische Aktivität. Die Forscher berichten im Geophysical Journal International.

„Die festgestellten Erdbeben werden in großen Tiefen erzeugt und zeichnen sich durch ungewöhnlich niedrige Schwingfrequenzen aus. Ihre Stärke liegt unterhalb der Grenze der menschlichen Wahrnehmung“, erklärt Joachim Ritter vom Geophysikalischen Institut (GPI) des KIT. Die Wissenschaftler sprechen von „Deep-Low-Frequency-“ (DLF-) Erdbeben. Sie werden in einer Tiefe zwischen zehn und über vierzig Kilometern erzeugt, das heißt in der Erdkruste und im oberen Erdmantel. Ihre dominanten Schwingfrequenzen liegen zwischen einem und zehn Hertz, und damit deutlich niedriger im Vergleich zu tektonischen Erdbeben vergleichbarer Stärke.

„DLF-Erdbeben gelten weltweit als Hinweis auf die Bewegung magmatischer Fluide in großer Tiefe“, erläutert Torsten Dahm, Sektionsleiter Erdbeben- und Vulkanphysik am GFZ. „Unter aktiven Vulkanen, beispielsweise auf Island, in Japan oder Kamtschatka, lassen sich solche Erdbeben regelmäßig beobachten.“ Die Ergebnisse der Studie in der Osteifel legen nahe, dass unter dem Laacher-See-Vulkan magmatische Fluide aus dem oberen Erdmantel in die Erdkruste aufsteigen könnten. Dies lässt sich als Hinweis darauf auffassen, dass Magmenkammern in der Erdkruste unterhalb des Laacher Sees existieren und sich langsam füllen könnten.

In ihrer Studie ermittelten die Forscher von KIT, GFZ, Erdbebendienst Südwest – dem Verbund der Landeserdbebendienste Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg –, und Landeserdbebendienst Nordrhein-Westfalen, dass diese Erdbeben in der Osteifel episodisch in zeitlich und räumlich eng begrenzten Gruppen auftreten und sich etwa entlang einer Linie von 10 bis 45 Kilometern Tiefe aufreihen. Daraus schließen die Wissenschaftler, dass im Bereich des Laacher Sees Fluide und Magmen, das heißt aufgeschmolzenes Gestein, aus dem oberen Erdmantel in die mittlere und obere Erdkruste aufsteigen könnten. Mehr erfahren...

 

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